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Um kurz vor 16 Uhr wurde am gestrigen Mittwoch in der Luftlande- und Lufttransportschule Altenstadt eine neue Ära eingeläutet. Da nahm der neue Kommandeur, Oberst Ferdinand Baur, die Truppenfahne aus den Händen von Brigadegeneral Josef Blotz aus Hammelburg entgegen. Dieser hatte sie zuvor vom scheidenden Schulkommandeur, Oberst Alois Hösle, erhalten.
Im Beisein zahlreicher Prominenz aus Kreisen der Bundeswehr, Wirtschaft und Politik – darunter Landrat Dr. Friedrich Zeller, Bundestagsabgeordneter Alexander Dobrindt und Garnisons-Bürgermeister Albert Hadersbeck – hatte der General zuvor die Verdienste Hösles gewürdigt. Er sprach von einer „dreieinhalbjährigen, erfolgreichen Zeit“ des scheidenden Kommandeurs, der nun nach Neapel zur Nato wechselt. Unter Hösle habe sich die Truppe in der richtigen Richtung weiterentwickelt, wobei der scheidende Kommandeur sowohl bei Fallschirmspringern wie auch bei der Überlebens- und Einzelkämpferausbildung Akzente gesetzt habe. Aber auch die konzeptionelle und ausrüstungstechnische Weiterentwicklung der Luftlande- und Lufttransportschule sei von ihm entscheidend beeinflusst worden. Blotz bescheinigte Hösle einen „gesunden Pragmatismus und steten Realitätssinn“ und attestierte ihm, stets klare Positionen bezogen zu haben.
Herausgestellt wurden vom Brigadegeneral auch Hösles Engagement bezüglich Traditionspflege der Fallschirmjägertruppe und in diesem Zusammenhang der neue Gedenkstein auf dem Appellplatz. Den Ex-Kommandeur bezeichnete er als „großartigen Botschafter unserer gemeinsamen Sache“, der die Schule geprägt, zu vielen Erfolgen und hohem Ansehen geführt und schwierige Aufträge auch unter ungünstigen Voraussetzungen gemeistert habe.
Nachfolger Oberst Ferdinand Baur sei ein „geborener und passionierter Fallschirmjäger“, der auch weit über die Fallschirmjägergrenzen hinaus einen guten Namen besitze. Baur verfüge über ausgiebige ministerielle Erfahrungen und sei auch in der Luftwaffe erprobt.
Der scheidende Kommandeur hatte in seiner Abschiedsrede noch einmal Bilanz gezogen. Dabei erklärte er, stets auf Kontinuität gesetzt zu haben, „damit unsere Schule wieder zum Mutterhaus aller Aktiven und Ehemaligen wird“.
Hösle sprach indes auch „die Stärkung der Position unserer Kameraden von der Luftwaffe“ und die „Intensivierung der luftwaffenspezifischen Ausbildung und Weiterentwicklung“ an. In punkto Tradition verwies er unter anderem auf die militärhistorische Sammlung, die auf der Burg den richtigen Platz gefunden habe.
Verständnis zeigte er für die Bemühungen in der Truppe, gefallenen Kameraden an verschiedenen Standorten Mahnmale zu errichten, warb aber gleichzeitig um Verständnis dafür, dass das Ehrenmal der Fallschirmjäger in Altenstadt stehe. Das neue Gleitfallschirmsystem, das neue Freifallkonzept sowie neue Konzeptionen im Einzel- und Nahkampf fanden in der rede ebenso Platz wie die Multinationalität, der er das Wort redete.
Der neue Kommandeur, der nach dem offiziellen Akt zwecks besseren Kennenlernens noch zu einem kleinen Umtrunk lud, ist 56 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. Seine Hobbies sind Wandern, Geschichte und die Kultur Europas. Zwischen 2006 und 2008 war er Inspizient des Inspekteurs des Heeres für die Truppenausbildung im Heeresamt in Köln. Quelle: http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/kommandowechsel-baur-folgt-hoesle-69246.html |